Attische Assoziationen

Heliaia (ἠλιαία)

Ein vermutlich auf SOLON zurückgehendes Volksgericht der athenischen Polis. Der Spruchkörper bestand aus 6.000 Richter, den sog. Heliasten, die jährlich aus den über 30 Jahre alten männlichen Bürgern Athens ausgelost wurden. Zwar waren die Befugnisse dieses ersten Volksgerichts erheblich eingeschränkt, da die Rechtsprechung noch überwiegend in den Händen der Aristokratie lag. Dennoch kann diese Gerichtsbarkeit, bei der ausschließlich die Bürger über Recht und Unrecht zu befanden hatten, im Sinne der Demokratie als eine schöpferische Tat von grundlegender Bedeutung gelten. Von der Auslosung der Richter über die genaue Abmessung der Redezeit für die Prozessparteien bis hin zum Abstimmungsverfahren galt das „fair-trail“-Prinzip, das noch heutzutage einen Grundpfeiler des Prozessrechts bildet.

Atimie (ἀτιμία)

Der Verlust der politischen Bürgerrechte in Athen. Ursprünglich ging mit der Ächtung eine völlige Entrechtung des Atheners einher. Später bewirkte die Atimie nur noch den Verlust der bürgerlichen Gesellschaftssphäre. Der Geächtete durfte weder in der Volksversammlung noch vor Gericht erscheinen. Handelte er den Verboten zuwider wurde er entweder verhaftet oder zum Tode verurteilt.

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