Prolog

Ein Gerichtstag in Athen

Man stelle sich 1500 Männer vor, die sich am Morgengrauen in einem großen offenen quadratischen Gebäude versammelt haben.

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Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Replik: „Die Entfesselung der U.S.A. – Ein Schurkenstaat auf der Weltbühne?“

Dass die Tötung Osama bin Ladens weder auf dem Boden des Völkerrechts geschah noch mit den rechtstaatlichen Grundsätzen der U.S.A. vereinbar ist, wurde von Sokrates eingehend erörtert (zum Artikel). Doch handelte es sich bei der „Operation Geronimo“ nicht nur um einen schlichten Rechtsbruch. Es war die Ansprache Obamas und die damit einhergehende mediale Begeisterungswelle des Kontinents, die dem begangenen Unrecht den Stempel des Rechts aufdrückte. Erst diese sophistische Legitimation des Mordkommandos durch die U.S.A., die moralische „Pseudo-Rechtfertigung“, setzte der fahrlässigen Rechtsbeugung noch die Krone auf.

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Ein Zwischenruf

Vom Zuschauer zum Akteur – gegen eine Stagnation in der Islamdebatte und für mehr gesellschaftliches Engagement über die Grenzen der Moschee hinweg

Sprache ist nicht nur die einzige Bedingung vernünftiger Kommunikation. Es kommt ebenso auf das richtige Verständnis beim Empfänger an. Wodurch aus meiner Sicht eine Verständigung in der Islamdebatte verhindert wird und worauf es ankommt, um sich zu verstehen, möchte ich im Folgenden skizzieren. Ziel ist es dabei, ein konkretes Handlungskonzept für den Einzelnen zu entwickeln, um errungene Fortschritte in der Integrationsdebatte zu verteidigen und gleichzeitig neue Perspektiven der Verständigung aufzuzeigen.

Das vermeintliche Feindbild „Islam“ gewinnt in der aktuellen Debatte in Deutschland an Konjunktur. Gut zwanzig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges scheint es so, als habe man im Westen eine neue Bedrohung gefunden. Seit den Terroranschlägen vom 11. September gedeiht der Einfluss konservativer Populisten und Islamophobiker, die eine neuartige Gefahr inmitten der europäischen Gesellschaft ausmachen: Menschen islamischen Glaubens. An die Stelle konstruktiver Auseinandersetzung tritt nicht selten die pauschale Annahme, der Islam sei eine Religion der Gewalt und mit demokratischen Grundwerten nicht zu vereinbaren. Besorgnis erregend erscheint mir, dass diese Sichtweise mittlerweile zu einem „common sense“ geworden ist.

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Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Die Entfesselung der U.S.A. – Ein Schurkenstaat auf der Weltbühne?

Nun ist es den U.S.A. gelungen, sich an Osama bin Laden zu rächen. Im Schutz der Dunkelheit penetrierten am 2. Mai mehrere Tarnkappenhubschrauber der US Army den pakistanischen Luftraum. Die Fracht: zwei Dutzend schwerbewaffnete Navy Seals. Ihr Ziel: niemand geringerer als Osama bin Laden. In Abbottabad seilten sie sich ab, um in der darauffolgenden halben Stunde den dramatischsten Handlungsstrang des 21. Jahrhunderts zu begehen. Das Ende ist allseits bekannt. Die minutiös geplante „Operation Geronimo“ ist geglückt. Der islamistische Terrorismus ist seines Sinnstifters beraubt und die dringende Gefahr, die von ihm ausstrahlte, scheint gebannt. Einige illuminierte Persönlichkeiten ließen sich ob Osama bin Ladens unerwarteter Tötung gar zu freudigen Gratulationen verleiten. Inmitten dieser berauschten Stimmung war es nur ein Mann, dessen norddeutsche Nüchternheit wie ein Leuchtturm am Ufer der Vernunft prangte. In einer Gesprächsrunde, die im Fernsehen ausgestrahlt wurde, mahnte Helmut Schmidt an: „Zum einen ist es ganz eindeutig ein Verstoß gegen das geltende Völkerrecht. Zum anderen kann die Aktion angesichts der Unruhen in der arabischen Welt zu Folgewirkungen führen, die man im Augenblick nicht wirklich übersehen kann.“ Er hat Recht.

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Auf der Suche nach Identität

Nationalismus reloaded

„Die weitgehende Akzeptanz islamischer Ethik und Kultur bedeutet für Deutschland […] zwangsläufig eine Entstehung von Parallelgesellschaften, in denen weder das Grundgesetz noch die Menschenrechte wirksam werden können. Längst haben die Prinzipien islamischen Denkens die Ghettos verlassen und beeinflussen nicht nur das Denken und Fühlen von uns Bürgern, sondern – sogar noch ausgeprägter – die Medien und die Politik.“

In diesem Zitat, das den „Leitlinien“ eines größeren politischen Blogs aus dem neuen rechten Lager entstammt, drückt sich eine fast schon paranoide Angst vor Überfremdung und Identitätsverlust aus: Deutschlands Bürger seien bedroht, und zwar von der islamischen Kultur, die die „eigene“ Kultur unterminiere. Mit dieser Konstruktion eines Freund/Feind-Schemas garniert mit einer extra Portion Untergangsstimmung, die in den Artikeln des Blogs weiter ausgestaltet wird, soll den Lesern vor Augen geführt werden, dass Politik und Gesellschaft sich gegen diese vermeintliche Bedrohung zu wehren haben.

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Gesellschaftsdebatte

Der häßliche Türke

Türke… Ein Begriff, dem vermutlich ein Großteil seiner romantischen Erlebnisästhetik abhanden gekommen ist. Seine  Hauptbedeutung als Bezeichnung eines Volksstamms ist unlängst in den Hintergrund gerückt. Um eine Ethnie zu beschreiben, die ungleich der einheimischen Bevölkerung ist, benützt der Bildungsbürger lieber den populären Euphemismus „Migrant“. Trotz der schwindenden Hauptbedeutung ist die semantische Wortbilanz des Terms „Türke“ ausgeglichen, denn seine Mitbedeutungen, die schillern in einem überwältigenden Facettenreichtum. Der Bildungsbürger erstickt geradezu im Wirrwarr unzähliger Konnotationen und Assoziationen. Ein bißchen Ordnung soll ihm helfen, sich zu befreien.

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Islamdebatte

Die Burka – Der gesellschaftliche Tod

Seit Anfang der vergangenen Woche ist es in Frankreich bei Strafe verboten, sich im öffentlichen Raum mit verhülltem Gesicht zu zeigen. Diese – zwangsläufig generell-abstrakt gehaltene – Strafnorm hat zu keinem Zeitpunkt einen Hehl daraus gemacht, daß sie sich insbesondere gegen bestimmte islamische Bekleidungen richtet: namentlich die niqāb und die burqʿa. Manche halten sie für ein Stück schwarzen bzw. blauen Stoff, andere sehen in diesen Bekleidungen ein „mobiles Gefängnis“, einen „wandelnden Sarg“ oder ein „Leichentuch“, eine Tyrannei, die sich gegen die Muslima als Frau richtet und ihren sozialen Geltungsanspruch vollends suspendiert. Nun ist die niqāb keine Schöpfung der Neuzeit und die muslimische Gemeinschaft in Frankreich ist mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 9 % keine, die hätte übersehen werden können. „Warum ließ die jüngste gesetzgeberische Intervention denn bis jetzt auf sich warten?“, fragt sich der unbeteiligte , aber nicht uninteressierte Europäer, der mit der plumpen Feststellung: „Die Zeit war reif!“ sicherlich nicht zufriedenzustellen ist. Ein Blick hinter die kaleidoskopische Kulisse soll seine Sinne schärfen.

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Islamdebatte

Die muslimische Anklägerin – Leidensberichte als Kassenschlager

Der Buchmarkt boomt. Dies gilt jedenfalls für eine in den letzten Jahren aufgekommene Literaturgattung: Autobiografien muslimischer Frauen, die von ihrem ganz persönlichen Schicksal berichten. Der Handlungsstrang dieser Leidensgeschichten folgt dabei einem schlichten dramaturgischen Muster – Unterdrückung, Flucht und Befreiung. Mit Titeln wie „Erstickt an euren Lügen: Eine Türkin in Deutschland erzählt“,“Mein Schmerz trägt deinen Namen: Ein Ehrenmord in Deutschland“ oder des Bestsellers „Die fremde Braut: Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland“ wird den potentiellen LeserInnen suggeriert, wie schlimm es doch um die Lage der Frauen mit Migrationshintergrund steht. Im Mittelpunkt der Anklage steht zumeist ein einseitig konstruierter Islam, der mit samt seinen patriarchalen Herrschafts- und Machtansprüchen die Frauen gewaltsam unterdrückt.

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Veröffentlicht unter Elisabeth Beck-Gernsheim, Necla Kelek, Unterdrückung der Frau, Zwangsheirat | Kommentar hinterlassen